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Browsergames: Die Entwicklungen im Jahr 2013

Abgelegt unter Browsergames by Timm Hendrich am 16. August 2013

NetzsiegerBrowsergames sind häufig der schnelle und einfache Einstieg in die Computerspielewelt. Weiterhin sorgen sie mit Ihrer Belohnungsstruktur, Community und Freundeslisten dafür, dass Spieler gerne und häufig weiterspielen. Im Vorfeld der diesjährigen Gamescom in Köln hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) im Auftrag des Bundesverbands für Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. eine Repräsentativbefragung durchgeführt. Nach dieser entfielen im ersten Halbjahr 2013 ganze 156 Millionen Euro Umsatz auf Browser- und Online-Spiele. Davon wurden 63 Millionen für Abo-Gebühren umgesetzt, währenddessen 93 Millionen für virtuelle Zusatzinhalte ausgegeben wurden. Der Vergleich zum klassischen PC Spiel, bei dem 202 Millionen umgesetzt wurden, zeigt, dass Browsergames mittlerweile nahezu den gleichen Stellenwert wie das klassische Computerspiel eingenommen haben.

Hinzu kommt, dass allgemein immer mehr gespielt wird, so wuchs die Gruppe der Spieler die täglich spielen im Laufe der letzten zwei Jahre von 7,7 auf 10,5 Millionen. Gleichzeitig erhöhte sich das Durchschnittsalter und somit auch das monatliche Nettoeinkommen der Spieler. So ist der durchschnittliche Browser-Gamer 36 Jahre alt und zu 52 Prozent männlich. Das nahezu ausgeglichene Geschlechterverhältnis zeigt, dass die Gleichberechtigung in der Browser Spieleszene angekommen ist und die „Gamerin“ genauso gerne ein Browserspiel spielt. Insgesamt spielen rund 31,5 Millionen aller Deutschen Computerspiele. Das entspricht ca. 42 Prozent der Bundesbürger, wobei alleine 11,4 Millionen sich mit Browser-Games beschäftigen.

Bei solch einem riesigen Markt, der zudem immer weiter wächst, lohnt es sich einen Blick auf einige Browsergame-Hersteller und deren Produkte zu werfen.

Die Innogames Gmbh ist eine im Vergleich junge Softwareschmiede aus Hamburg. Das am 1. Januar 2007 gegründete Spielentwicklerstudio hat sich ausschließlich auf Browserbasierende Spiele spezialisiert. Die Firma die ca. 230 Mitarbeiter am Hauptsitz in Hamburg beschäftigt hat zurzeit sechs Spiele mit ca. 100 Millionen registrierten Spielern im Portfolio. Die bekanntesten und erfolgreichsten Spiele sind „Die Stämme“, “ „Grepolis“ und „Forge of Empire“. So ist „Forge of Empire“ der Gewinner des Deutschen Computerspielepreises in der Kategorie Bestes Browsergame des Jahres 2013. Innogames Spiele überzeugen im Allgemeinen dadurch, dass sie auch ohne in Anspruch genommene Bezahloption den vollen Spielspaß bieten und die Spieler nicht zwangsbeschränken. Das sogenannte Free-to-play Geschäftsmodell ist grundsätzlich kostenlos. Nur Spieler die Premiumfeatures nutzen möchten, müssen Kosten in Kauf nehmen. Einzig Werbebanner müssen die Gamer neben dem Spiel hinnehmen, da so ein Teil des Spieles finanziert wird.

Im Juli gab Innogames bekannt den aufwendig produzierten Titel „Kartuga“, mangels Spielerinteresse einzustellen. Ein Problem ist einerseits, dass das Spieleangebot in sehr hohem Maße wächst und andererseits die Spieler zunehmend lieber auf mobilen Endgeräten spielen. Ein weiteres Problem ist sicherlich, das durch das Free-to-play Geschäftsmodell gerade bei Spieleneulingen die Angst vor Kostenfallen entsteht. Im Großen und Ganzen ist diese Angst jedoch unbegründet da Abomodelle und Kostenfallen bei den großen Browsergames sicherlich die Ausnahme bilden.

Vom klassischen PC-Spiel Markt hingegen kommt die Blue Byte GmbH aus Düsseldorf. Das 1988 gegründete Unternehmen wurde im Jahr 2001 von dem französischen Softwareentwickler Ubisoft aufgekauft und ist vor allem durch seine Spieleserie „Die Siedler“ bekannt geworden. Vor allem in Deutschland ist die Siedler-Serie ein riesiger kommerzieller Erfolg geworden. So verwundert es nicht das Ubisoft / Blue Byte im Jahr 2010 eine Browserversion ihres Aufbaustrategie-Klassikers namens „Siedler Online“ herausbrachten.

Das Spiel, das vor allem durch seine Grafik neue Maßstäbe setzte, konnte den Preis Bestes Browser Game des Deutschen Computerspielepreises 2011 gewinnen. Da Blue Byte zudem seit 2009 die Entwicklung der Anderen großen Strategie Serie „Anno“ übernahm, überrascht es ebenso wenig, das Sie letztes Jahr mit „Anno Online“ ebenfalls eine Browserversion veröffentlichten. Natürlich funktionieren auch die beiden Blue Byte Spiele nach dem Free-to-play Prinzip. Blue Byte hat somit ein relativ kleines Browsergames Lineup, die beiden Spiele sind aber sicherlich absolute Schwergesichte auf dem hart umkämpften Markt. Auch Nichtgamer dürften schon mal die Namen „Anno“ und „Siedler“ gehört haben, mit diesem Marktvorteil wird sich Bluebyte sicherlich weiter auf dem Browsergame Markt engagieren.

Mit einem Umsatz von 142,6 Millionen Euro ist Bigpoint eines der Schwergewichte der Branche. Das 2002 gegründete Unternehmen aus Hamburg beschäftigt ca. 800 Mitarbeiter und hat sich ausschließlich auf die Entwicklung von Browser- und Online-Spielen spezialisiert. Die Firma hat ca. 70 Online-Spiele und weltweit eine Community von über 300 Millionen Spielern. Auch Bigpoint setzt auf das Modell Free-to-play und somit auf eine komplett kostenlose Nutzung. Zuletzt jedoch machte Bigpoint vor allem mit Ankündigungen bezüglich Jobabbau Schlagzeilen. Nach eigenen Angaben handelt es sich bei Bigpoint um einen der größten Browserspiel Hersteller der Welt. Der Vorteil eines so großen Unternehmens liegt sicherlich im riesigen Spiele Lineup und der damit verbundenen Vielfältigkeit des Angebots. Mit weltweit über 45 Millionen Spielern ist die Landwirtschaftssimulation „Farmerama“ eines der Zugpferde der Firma. Ähnlich populär ist mit über 44 Millionen Spielern die Piratensimulation „Seafight“. Das Spiel gibt es bereits seit 2005, wobei in den letzten Jahren die Kritik bezüglich der Nutzung unerlaubter Skripts stieg. Zuletzt schien Bigpoint die Problematik allerdings in den Griff zu bekommen.

Gameforge aus Karlsruhe ist ebenso wie Bigpoint ein großer der Branche. Das 2003 gegründete Unternehmen vertreibt seine Spiele vornehmlich in der westlichen Welt und bietet zurzeit ca. 20 Spiele mit über 400 Millionen registrierten Spielern. Gameforge hat sich im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht ausschließlich auf browserbasierende Games beschränkt, sondern bietet auch Massively Multiplayer Online Games an. Das Unternehmen welches ca. 500 Mitarbeiter beschäftigt hat zudem die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt und stellt zwei seiner vier Browsergames auch für Tablet Computer zur Verfügung. Da die Tendenz der Branche klar in Richtung Mobiles Gaming geht, scheinen die beiden Spiele „OGame“ und „Ikariam“ somit für zukünftige Gamer gut gerüstet zu sein.

Beispielhaft an den vier Firmen kann die Diversität der Browsergamespielehersteller beobachtet werden. Es gibt große und kleine Firmen. Hersteller, die ausschließlich Browsergames entwickeln und welche die eigentlich normale Softwareschmieden sind. Der Erfolg eines Spieles lässt sich zudem nicht an der Größe des Herstellers festmachen, die Fangemeinde ist unberechenbar und lässt im Zweifel auch große und teure Neuentwicklungen floppen. Die Vielfältigkeit der Hersteller kommt aber sicherlich dem Spieler zugute, der unter einer Vielzahl von Spielen wählen kann.

Für diejenigen unter euch, die jetzt einen ersten Einblick in die Browsergameszene erlangt haben und nun mehr über die Spiele erfahren wollen oder ein paar Spiele probieren möchten:

Ausführliche Testberichte der in diesem Artikel erwähnten Browsergames gibt’s auf Netzsieger unter http://www.netzsieger.de/software/browsergames zu lesen.

Autor:

 

3 Kommentare zu 'Browsergames: Die Entwicklungen im Jahr 2013'

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  1. Quelly1985 sagte,

    am 19. August 2013 um 10:50 am Uhr

    Also ich finde es echt erstaunlich wie schnell diese Firmen groß geworden sind. Von der Entstehung bis hin zu Millionen von Spielern verging wirklich nicht viel Zeit. Aber in einem Spiel steckt auch so viel Arbeit da gönnt man denen diesen Durchbruch wirklich. Ich selber spiele auch sehr gerne Browsergames da es dort den Vorteil gibt das man sich nichts auf den Rechner laden muss. Und so den Rechner mit der Zeit zu müllt.

  2. Zocker1990 sagte,

    am 19. August 2013 um 4:58 pm Uhr

    Ist halt schwierig für die Hersteller zu kalkulieren. Die Entwicklungssummen dürften erheblich sein, aber wenn nur wenige spielen muss das Spiel trotzdem komplett eingestellt werden. Daher ist wohl immer ein gewisses Risiko dabei. Wohingegen wenn es einschlägt dann wohl auch finanziell richtig. Spannen wohin die Reise geht….

  3. Carsten Todt sagte,

    am 22. August 2013 um 11:32 pm Uhr

    Ich verfolge die Entwicklungen mit großem Erstaunen. Einige kostenlose Browsergames sind heute besser als viele Topseller von damals, für die man viel Geld bezahlte. Wenn es so weitergeht, lohnt sich der Kauf von Spielen vielleicht gar nicht mehr.




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